| Matthias
Corvinus
Unter dem Königtum des siebenbürgischen Adeligen Matthias
Hunyadi, nach seinem Wappen "Corvinus" (Rabe) genannt,
erlebte Ungarn zugleich den goldenen Herbst des Mittelalters und die
Blüte der Renaissance.
Es gibt in der ungarischen Geschichte nur wenige Persönlichkeiten,
an die sich so viele Legenden, Anekdoten, humorvolle und lehrreiche
Geschichten knüpfen wie an Matthias Corvinus.
Der Regent Matthias, der gegenüber den arroganten Mächtigen
des Landes für den kleinen Mann eintrat und Gerechtigkeit walten
ließ,
gehört ebenso zur historischen Folklore Ungarns wie der verkleidet
durch das Land ziehende "Schreiber Matthias", der Ungerechtigkeiten
enthüllt und gute Taten belohnt. In diesen Matthias-Geschichten
kommt die Nostalgie des Volkes nach jenen historischen Zeiten zum Ausdruck,
in denen am Ausgang des Mittelalters das Land unter der Herrschaft
von Matthias I. Corvinus (1458-1490) einen großen Ruf in Europa genoss.
Der fast noch als Kind zum König gewählte Matthias brach
mit erstaunenswerter Kraft und politischer Klugheit den Widerstand
der Liga der Oligarchien und führte Ungarn mit einer Vielzahl
von Verordnungen in eine zentralisierte handlungsfähige Monarchie.
Er reformierte das Justizwesen und legte damit die Grundlagen für
den Aufschwung von Gewerbe und Handel.
Er machte die königliche Residenz Buda zu einer der schönsten
Städte Europas. Seine Bibliothekca Corviniana war die größte
Sammlung wissenschaftlicher und philosophischer Schriften ihrer Zeit.
In der jahrzehntelangen Auseinandersetzung des Corvinus mit Kaiser
Friedrich III. standen die bayerischen Wittelsbacher in Allianz mit
Ungarn. Herzog Christoph der Starke von Bayern-München lebte mehrere
Jahre als Ritter am ungarischen Königshof.
Nachdem Corvinus 1485 Wien erobert hatte, verlegte er dorthin seine
Residenz; hier starb er 1490 mit nur 32 Jahren. Matthias Corvinus hinterließ ein
blühendes
Land, das in der vordersten Reihe der europäischen Entwicklung
stand.
Die Corvinen-Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek wurden
in das UNESCO-Weltdokumentenerbe aufgenommem.
www.bsb-muenchen.de
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